DIE ARRIVAL CITY IST ...

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Ausstellung

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Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) realisiert im Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country. Die inhaltliche Verantwortung für den deutschen Beitrag tragen Peter Cachola Schmal, Generalkommissar und Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum und die Projektkoordinatorin Anna Scheuermann. Das Berliner Architekturbüro Something Fantastic ist für den gestalterischen Gesamtauftritt des Deutschen Pavillons verantwortlich.

Vier große Öffnungen, für die mehr als 48 Tonnen Ziegelsteine aus den denkmalgeschützten Wänden gebrochen wurden, verwandeln den Deutschen Pavillon in ein offenes Haus. Der Pavillon ist offen. Deutschland ist offen. Im vergangenen Jahr wurden die deutschen Grenzen für über eine Million Flüchtlinge offengehalten. Obwohl die Außengrenzen der EU aktuell für Flüchtlinge weitgehend geschlossen wurden, fordert die Geste des offenen Hauses dazu auf, über Deutschland als offenes Einwanderungsland nachzudenken.

Mit der Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country stellt das DAM Thesen und Beispiele aus deutschen Arrival Cities (Ankunftsstadtvierteln) zur Diskussion, die gemeinsam mit dem kanadischen Autor Doug Saunders entwickelt wurden. Sein Buch Arrival City. Die neue Völkerwanderung diente als Vorlage für einen auch in Deutschland fälligen Perspektivwechsel auf Einwandererviertel. Diese werden meist als Problemviertel bezeichnet, bieten ihren Bewohnern und Neuankömmlingen aber die wichtigsten Voraussetzungen einer Arrival City: Kostengünstiger Wohnraum, Zugang zu Arbeitsplätzen, kleinteilige Gewerbeflächen, gute Verkehrsanbindungen, Netzwerke anderer Einwanderer derselben Kultur und nicht zuletzt eine Haltung der Toleranz, die auch das Akzeptieren informeller Praktiken einschließt.

Bevor jedoch aus vielen der Neuankömmlinge reguläre Einwanderer werden können, leben gegenwärtig Tausende von Flüchtlingen in Deutschland in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften. Deren architektonische Qualität wird anhand von Beispielen in einem speziell dieser Bauaufgabe gewidmeten Ausstellungsraum vorgestellt, die aus der Datenbank ausgewählt wurden. Das wachsende Archiv der realisierten und aktuell in Deutschland sowie in Europa entstehenden Flüchtlingsbauten bietet einen umfangreichen Einblick in die Realität und fordert dazu auf, den dringenden Bedarf an kostengünstigen und qualitätsvollen Wohnraum zu decken. Hierin liegt eine der zentralen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Integrationsprozess.

Der Offene Pavillon

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Vier große Öffnungen, für die mehr als 48 Tonnen Ziegelsteine aus den denkmalgeschützten Wänden gebrochen wurden, verwandeln den Deutschen Pavillon in ein offenes Haus. Der Pavillon ist offen. Deutschland ist offen. Im vergangenen Jahr wurden die deutschen Grenzen für über eine Million Flüchtlinge offengehalten. Obwohl die Außengrenzen der EU aktuell für Flüchtlinge weitgehend geschlossen wurden, fordert die Geste des offenen Hauses dazu auf, über Deutschland als offenes Einwanderungsland nachzudenken.

Die Öffnung des Deutschen Pavillons und seine Verwandlung in einen lebendigen öffentlichen Raum wurden zusammen mit Something Fantastic entwickelt. Für die Berliner Architekten ist die Öffnung des Pavillons nicht nur ein politisches, städtebauliches, und architektonisches Statement, sondern auch eine Willkommensgeste für die Ausstellungsbesucher. Sie bieten Sitzinseln im Innen- und Außenraum, freies WLAN, Strom, weiße Plastikstühle und, an den Eröffnungstagen, einen Ayranbrunnen, der von einem afghanischen Gastronomen aus Mestre, der Arrival City Venedigs, betrieben wird. Die zur Schließung der Wände bereitgestellten Ziegelsteine werden als Tresen und Sitzmöbel verwendet. Nach Ablauf der Ausstellung werden die Öffnungen gemäß Auflage der Denkmalschutzbehörde wieder zugemauert. Für die Dauer der Biennale wird es von Mai bis November 2016 keine geschlossenen Türen im Deutschen Pavillon geben. Tag und Nacht steht er offen.

Die Öffnung der Wände wurde mit Emanuela Carpani, der Leiterin der venezianischen Denkmalschutzbehörde, bis ins Detail abgestimmt. Die dreiseitigen Stahlrahmen sind erdbebensicher ausgeführt. Sie werden im Zuge des Rückbaus wieder entfernt. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass massiv in die Denkmalsubstanz eingegriffen wurde und dass der Deutsche Pavillon dadurch neu interpretiert wird.

Aktuell

Flüchtlingsunterkünfte

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Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) hat seit Oktober 2015 realisierte bzw. in Realisierung befindliche Bauten für Flüchtlinge und Migranten gesammelt. Die Online-Datenbank wird ständig aktualisiert und erweitert. Die Projekte zeigen die Realität in Deutschland, gegliedert nach Größe, Kosten und Bewohnern pro Quadratmetern, Material und Konstruktion. Es ist keine Sammlung der besten Beispiele und kein Architekturpreis, sondern soll die Diskussion anregen. Die Datenbank dient zum Vergleich gängiger Lösungen und soll für die lokalen und regionalen Entscheidungsträger eine Grundlage bieten. Hinzu kommen einige internationale Projekte, die den Horizont erweitern sollen.

Das Spektrum reicht von temporären Leichtbauhallen für 300 Personen, deren Inneneinrichtung durch einen Architekten entworfen wurde, bis zu mehreren Projekten des dauerhaften, kostengünstigen Wohnungsbaus, der nicht allein Flüchtlingen eine Bleibe bietet. Einen Schwerpunkt bilden Holzmodulbauten. Die Datenbank versammelt auch Projekte von Bürgerinitiativen oder das Vorhaben eines privaten Auftraggebers, der in München eine Art Siedlung für Künstler und Flüchtlinge plant.

Bei der Zusammenstellung der Projekte für die Datenbank hat das DAM mit der Architekturzeitschrift Bauwelt zusammengearbeitet. Außerdem ist das DAM Kooperationspartner beim Berlin Award 2016 – Heimat in der Fremde, einem weltweit offenen Wettbewerb des Landes Berlin zu innovativen Konzepten der Flüchtlingsunterbringung.
Ansprechpartnerin am Deutschen Architekturmuseum für die Einreichung neuer Projekte ist Frau Tiziana Agus: projekte@makingheimat.de

Publikation

Zur Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country im Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia erscheint eine Publikation im Hatje Cantz Verlag.

Making Heimat. Germany, Arrival Country
Hrsg. Peter Cachola Schmal, Oliver Elser, Anna Scheuermann
Texte von Doug Saunders u.a.
Gestaltung von Something Fantastic, Berlin
Englisch, Deutsch

  1. ca. 288 Seiten, ca. 200 Abb.
    13,50 x 21,00 cm
    Broschur
    ISBN 978-3-7757-4141-5
    9,80 €

Kontakt

  • Deutsches Architekturmuseum (DAM)
    Schaumainkai 43
    60596 Frankfurt am Main
    Tel +49.69.212 38844
    info@makingheimat.de
    www.dam-online.de

    BUREAU N cultural communications
    Naunynstrasse 38
    10999 Berlin
    Tel +49.30.62736102
    makingheimat@bureau-n.de
    www.bureau-n.de

    SOMETHING FANTASTIC
    Leipziger Str. 61
    10117 Berlin
    Tel +49.30.34082162
    contact@somethingfantastic.net
    www.somethingfantastic.net

  • TEAM
    Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beauftragt, im Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country zu realisieren.

    Generalkommissar:

    Peter Cachola Schmal, Direktor DAM

    Kurator:
    Projektkoordinatorin:
    Berater:

    Doug Saunders, Toronto und Kai Vöckler, Offenbach

    Rechercheassistentin:

    Tiziana Agus

    Praktikantin:

    Gala Nettelbladt

    Location Scout Offenbach:

    Loimi Brautmann

    Grafische Gestaltung und Ausstellungsgestaltung:

    Something Fantastic, Berlin: Elena Schütz, Julian Schubert, Leonard Streich mit Julius Fischötter, Marius Helten, Ruben Bernegger, Charlotte Schönberger

    Architekt in Venedig:

    Clemens F. Kusch und Martin Weigert, cfk Architetti

    Eventmanager in Venedig:

    Tomas Ewald

    Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation:

    BUREAU N cultural communications: Julia Albani, Silke Neumann, Joanna Kamm, Joanne Pouzenc, Sören Zuppke

    DAM:

    Brita Köhler, Stefanie Lampe

    Administration:

    Inka Plechaty, Jacqueline Brauer

Presse

Pressemitteilungen / Pressefotos

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Impressum

  • Verantwortlich für die Inhalte
 gemäß Presserecht und § 5 des Telemediengesetzes TMG:
    Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) ist ein Museum der Stadt Frankfurt am Main.

    Deutsches Architekturmuseum DAM

    Schaumainkai 43
    
60596 Frankfurt am Main

    USt-IdNr. DE114110388

    Leitender Direktor:

    Peter Cachola Schmal

    Tel 069 / 212-36313
    
Fax 069 / 212-36386
    peter.schmal (at) stadt-frankfurt.de

    Umsetzung: Modem Studio, Berlin

    Gestaltung: Something Fantastic, Berlin

  • Rechtlicher Hinweis:
    
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